PPK - Kinematik nach der Verarbeitung
Definition und Grundkonzept
PPK (Post-Processed Kinematic) ist ein Verfahren der satellitengestützten Vermessung (GNSS), bei dem die Positionierung in Echtzeit nicht erforderlich ist. Stattdessen werden Messdaten während der Feldarbeit aufgezeichnet und später im Büro mit Referenzdaten von bekannten Bodenstationen verarbeitet. Dies ermöglicht eine nachträgliche Berechnung hochgenauer Koordinaten.
Funktionsweise
Bei der PPK-Messung trägt der Vermesser einen mobilen GNSS-Empfänger mit sich, der kontinuierlich Rohdaten der Satellitensignale speichert. Gleichzeitig werden Messdaten einer oder mehrerer Referenzstationen (Base Stations) aufgezeichnet. Nach Abschluss der Feldmessungen werden alle Daten in spezialisierter Software verarbeitet. Die Software berechnet die genauen Positionen durch Vergleich der Empfängermessungen mit den Referenzdaten und nutzt dabei Korrekturinformationen.
Unterschiede zu RTK
Im Gegensatz zur RTK (Real-Time Kinematic) erfolgt die Datenübertragung bei PPK nicht in Echtzeit. RTK benötigt eine kontinuierliche Kommunikation zwischen Rover und Referenzstation und liefert sofortige Ergebnisse. PPK bietet dagegen mehr Flexibilität bei schwacher Kommunikation und kann auch in abgelegenen Gebieten eingesetzt werden.
Genauigkeit und Anforderungen
PPK ermöglicht typischerweise eine Positionsgenauigkeit von 1-5 cm im horizontalen und 2-10 cm im vertikalen Bereich, abhängig von:
Anforderungen und Ausrüstung
Für PPK-Messungen werden benötigt:
Anwendungen in der Vermessung
PPK findet verbreitete Anwendung in:
Vorteile
Nachteile
Zusammenfassung
PPK stellt eine wichtige Alternative zu Echtzeit-GNSS-Verfahren dar und ermöglicht hochgenaue Vermessungen in flexiblen Szenarien. Die Methode hat sich besonders in der modernen Drohnenvermessung und in Anwendungen mit zeitlichen oder räumlichen Beschränkungen etabliert.