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Polygonzug (Traverse Survey)

Ein Polygonzug ist eine vermessungstechnische Methode zur Bestimmung von Koordinaten durch eine Folge von gemessenen Strecken und Winkeln zwischen Messpunkten.

Polygonzug (Traverse Survey)

Definition und Grundlagen

Der Polygonzug, auch Traverse Survey genannt, ist eine klassische vermessungstechnische Methode zur Bestimmung von Koordinaten von Messpunkten. Er besteht aus einer Folge von Messpunkten (Stationen), die durch gemessene Strecken und Winkel miteinander verbunden sind. Diese Methode wird häufig für die Vermessung von Grundstücken, Straßenverläufen, Bauvorhaben und Katasteraufnahmen verwendet.

Arten von Polygonzügen

Es gibt verschiedene Arten von Polygonzügen:

Geschlossener Polygonzug: Beginnt und endet an demselben Punkt und ermöglicht eine vollständige Kontrollmessung. Diese Form wird bevorzugt, da sie eine hohe Genauigkeit und Fehlererkennung ermöglicht.

Offener Polygonzug: Startet an einem bekannten Punkt und endet an einem anderen bekannten Punkt. Auch hier ist eine Kontrolle durch bekannte Koordinaten möglich.

Freier Polygonzug: Weder Start- noch Endpunkt haben bekannte Koordinaten. Diese Variante wird nur in Ausnahmefällen verwendet, da keine Kontrolle der Messergebnisse möglich ist.

Messvorgänge

Bei einem Polygonzug werden folgende Größen gemessen:

  • Strecken: Die horizontalen Entfernungen zwischen aufeinanderfolgenden Stationen werden mit Messbändern, Messstangen oder modernen elektronischen Messinstrumenten bestimmt.
  • Winkel: Die Innenwinkel oder Richtungswinkel werden mit Theodoliten, Tachymetern oder anderen Winkelmessinstrumenten erfasst.
  • Berechnung und Ausgleichung

    Nach den Messungen erfolgt die Berechnung der Polygonzugkoordinaten. Dabei werden zunächst die Richtungswinkel (Azimute) aus den gemessenen Winkeln berechnet. Anschließend werden die Koordinaten der einzelnen Stationen mittels der gemessenen Strecken und Richtungswinkel bestimmt.

    Durch Schließungsfehlern – Differenzen zwischen gemessenem und berechnetem Schlusswert – können Messfehler identifiziert werden. Diese Fehler werden nach anerkannten mathematischen Verfahren auf die Messwerte verteilt (Ausgleichung).

    Anforderungen und Genauigkeit

    Die Genauigkeit eines Polygonzugs hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Der Qualität der Messinstrumente
  • Der Sorgfalt bei der Durchführung
  • Der Länge des Polygonzugs
  • Der Größe der Schließungsfehler
  • In Abhängigkeit vom Zweck der Vermessung werden unterschiedliche Genauigkeitsanforderungen gestellt. Für Katastervermessungen gelten strenge Toleranzen.

    Moderne Entwicklungen

    Heutzutage werden Polygonzüge zunehmend durch GNSS-Messungen (GPS) ergänzt oder ersetzt, die in vielen Fällen schneller und genauer sind. Dennoch bleibt der klassische Polygonzug ein wichtiges Verfahren für präzise Detailvermessungen, besonders in Bereichen mit schlechtem Satellitenempfang.

    Anwendungen

    Polygonzüge finden Anwendung in:

  • Katastervermessungen
  • Ingenieurvermessungen
  • Straßen- und Eisenbahnvermessung
  • Detailvermessungen bei Bauvorhaben
  • Flächenvermessungen
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